(Die schulinternen Lehrpläne sowie umfangreichere Informationen zu den Fächern sind in Kürze wieder wie gewohnt verfügbar.)

Das Unterrichtsfach Pädagogik

Das Unterrichtsfach Pädagogik zeichnet sich zum Einen durch das wissenschaftpropädeutische Arbeiten und die verwendete Methodenvielfalt im Unterricht zum Anderem durch die enge Verbundenheit zur Lebenswelt der Schüler aus. So werden Erziehungs- und Entwicklungsprozesse, die Schüler vielleicht bereits selbst erfahren haben oder in ihrer Umgebung beobachten können, auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, sprich Theorien, analysiert und bewertet. Oftmals bietet sich dabei die Gelegenheit, die eigene Erziehungsvergangen zu reflektieren und daraus Erkenntnisse zu ziehen, die die Lebenswelt der SchülerInnen zukünftig beeinflussen können.

Ein Beispiel hiefür ist die Spiele-Analyse im Rückgriff auf die Spieltheorie von Piaget, bei der die Schüler Spiele aus dem Handel hinsichtlich der Anforderungen und Förderung bewerten und einer Alterstufe zu ordenen.

Ziele des Unterrichtsfachs Pädagogik

1. Das Fach

„Ich sehe andere als anders und dadurch mich selbst als der, der ich bin.“

Erik H. Erikson

Das Fach Erziehungswissenschaft wird am KGH in der gymnasialen Oberstufe als Unterrichtsfach im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld unterrichtet. In den letzten Jahrzehnten haben zahlreiche Schülerinnen und Schüler unserer Schule Erziehungswissenschaft als Leistungskurs oder drittes bzw. viertes Abiturfach gewählt. Diese Tradition möchten wir auch zukünftig fortsetzen.

Das Fach Erziehungswissenschaft erhält seine Bedeutung durch die Tatsache, dass die Gesellschaft und das Individuum auf Erziehung und Bildung angewiesen sind. Daraus resultiert die Notwendigkeit, pädagogische Sachverhalte als relevante Phänomene und Erfordernisse unserer Gesellschaft in der Schule aufzugreifen.

Dem erziehungswissenschaftlichen Unterricht liegt das Prinzip der Wissenschaftspropädeutik zugrunde, welches eine wissenschafts- orientierte Auseinandersetzung mit den Gegenständen des Faches sicherstellen soll. Ferner wird dem Prinzip der persönlichen Entfaltung in sozialer Verantwortlichkeit Rechnung getragen. Auf diese Weise sollen unsere Schülerinnen und Schüler sowohl die Bereitschaft und Fähigkeit zu verantwortlichem pädagogischen Handeln als auch Urteils- und Ent- scheidungsfähigkeit erwerben.

Die Unterrichtsinhalte reichen von der einführenden Auseinandersetzung mit „Erziehungssituationen und Erziehungsprozessen“ sowie dem Zusammenhang „Lernen und Entwicklung“ (Jahrgangsstufe EF) über den Themenbereich „Entwicklung und Sozialisation in der Kindheit und im Jugend- und Erwachsenenalter“ (Jahrgangsstufe Q1) bis zur Thematisierung von „Normen und Zielen in der Erziehung“ sowie des Phänomens „Identität“ (Jahrgangsstufe Q2).

Die inhaltliche Erschließung der Erziehungswirklichkeit wird geprägt durch den Aufbau und die Vertiefung von Methodenkompetenz. Diese umfasst Fähigkeiten im Bereich der Beschaffung, Erfassung und Produktion pädagogisch relevanter Informationen wie auch der Arbeit mit wissenschaftlichen Texten und Theorien.

Eine Besonderheit des Faches besteht darin, dass die Inhalte des Unterrichts in vielen Fällen an die Erfahrungswelt unserer Schülerinnen und Schüler anknüpfen. So werden z.B. Themen wie Lernen, Sozialisation im Jugendalter und Identitätsentwicklung zum Gegenstand der Reflexion.

Zudem werden schulpädagogische Prozesse zum Thema des Unterrichts und damit Möglichkeiten eröffnet, auf die Schulpraxis impulsgebend einzuwirken (z. B. handlungsorientierte Projekte wie die Mitarbeit in der Schülerhilfe, Einübung von Lern- und Arbeitstechniken mit Schülerinnen und Schülern der Unterstufe, Durchführung von Befragungen zu schulrelevanten Themen sowie Beteiligung an weiteren Evaluationsvorhaben).

2. Öffnung von Schule (Kooperation)

Darüber hinaus bietet das Fach Erziehungswissenschaft in Orientierung am Prinzip der Öffnung von Schule Chancen zur Kooperation mit außerschulischen pädagogischen Institutionen und Experten. Diese Chancen nehmen wir im Rahmen der Hospitation in Therapieeinrichtungen, in Kindergärten und in alternativen Schulen (z.B. Laborschule Bielefeld, Montessori-Schule) sowie durch die Einladung von Experten in den Unterricht (z.B. Sozialarbeiter, Erzieher, Logopäden, Polizisten) wahr. Auf diese Weise leistet das Fach Erziehungswissenschaft auch einen Beitrag zur Berufsorientierung.