Schullaufbahn

1. Die Erprobungsstufe …

Zunächst durchlaufen Ihre Kinder die Erprobungsstufe, die das 5. und 6. Schuljahr umfasst. In dieser Zeit beraten die Lehrer/innen besonders intensiv über Lernfortschritte und pädagogische Probleme und halten dabei enge Verbindung zum Elternhaus und zu den Kolleg/inn/en der Grundschulen. Die inhaltliche und organisatorische Koordination leistet Herr Rothe, seine Stellvertreterin ist Frau Clermont.

Zusätzlich können wir die Betreuung durch einen dafür besonders ausgebildeten Beratungslehrer, Frau Brahe, anbieten, die zusammen mit Rat suchenden Schülerinnen oder Schülern der Klassen 5 bis 9 und ihren Eltern Förder- und Hilfsmaßnahmen plant. Sie verfügt zudem über Erfahrungen mit Begabungs- und Schulleistungstests.

Nach der 5. Klasse gibt es keine Versetzung; denn diese wird erstmals am Ende der 6. Klasse ausgesprochen. Zu diesem Zeitpunkt, am Ende der Erprobungsstufe, ergibt sich auch noch eine Gelegenheit zum Wechsel der Schulform, falls sich die ursprüngliche Wahl als Irrtum erwiesen haben sollte. Am KGH fühlen wir uns in gleicher Weise einem kindgerechten Unterricht wie den auf zunehmende Selbstständigkeit zielenden Arbeitsweisen unserer Schulform verpflichtet.

Seit der Verkürzung der Schulzeit auf 8 Jahre am Gymnasium richten wir in der Stufe 5 neben der Stunde sozialen Lernens (die alte Klassenleiterstunde) zusätzliche Ergänzungsstunden in Deutsch und Mathematik ein. Diese Stunden sind ebenso wie die Kernstunden Pflicht.

Die Kinder können während der ersten Jahre auch zusätzlich fachbezogenen Förderunterricht in Deutsch, Englisch und Mathematik erhalten.

Dank der Cafeteria, die in der Mittagspausenstunde vollwertige Mahlzeiten anbietet,  ist auch der (eine) lange Tag pro Woche für die Schüler der Erprobungsstufe gut zu verkraften.

 

2. Die Mittelstufe 

Sprachen lernen, erste Stärken entwickeln, Einblicke in die Arbeitswelt gewinnen…

Mit den drei oben genannten Prinzipien kann man die Schwerpunkte der Arbeit in der Mittelstufe und der Koordinationstätigkeit von Frau Melcher zusammenfassen.

Alle Schüler/innen lernen am KGH seit der Klasse 5 als erste Fremdsprache Englisch. In der Stufe 6 werden Latein und Französisch zur Wahl angeboten (Differenzierungsbereich I). Das Erlernen dieser zweiten Fremdsprache in den Stufe 6 – 9 ist im Gymnasium im Unterschied zu anderen Schulformen notwendiger Bestandteil des Bildungsgangs. Es gibt nach wie vor kein Abitur ohne den Nachweis zweier Fremdsprachen.

In der 8. Klasse beginnt der Differenzierungsbereich II: Wir wollen wie bisher in der Stufe 9 garantieren, dass jetzt umgekehrt die Wahl zwischen Französisch und Latein möglich ist. Schülerinnen und Schüler, die weniger sprachlich orientiert sind, können hier stattdessen einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt setzen. Als besonders attraktiv haben sich Kurse in Informatik erwiesen. Aber auch projektartig konzipierte Kombinationen aus Chemie, Biologie und Erdkunde arbeiten mit immer neuen Schwerpunkten inhaltlich und methodisch erfolgreich. Weitere Angebote gibt es in den Bereichen Physik (Astronomie) und Sozialwissenschaften (Wirtschaft).

Wir wollen auch in Zukunft die Möglichkeit für alle erhalten, zwei lebende Fremdsprachen zu erlernen und das Latinum zu erwerben – ganz gleich, ob man zuerst Latein oder Französisch lernt.

Seit vielen Jahren ist am KGH ein Betriebspraktikum Pflicht. Dabei tauschen die Schüler/innen der Stufe 9 künftig eine Woche die Schulbank mit einem selbst gewählten Praktikumsplatz. Lernen in der Praxis und die Reflexion über eine sich ständig wandelnde Arbeitswelt können helfen, gezielter Laufbahnentscheidungen zu treffen, z. B. bei der Wahl der Oberstufenkurse. Eine Vorbereitung auf das Praktikum erfolgt im Unterricht (Leitfach: Politik). Hier werden die Erfahrungen später auch zusammengetragen und ausgewertet. In der Oberstufe absolvieren die Schüler/innen und Schüler ein weiteres, zweiwöchiges Praktikum.

 

3. Die Oberstufe

Auch nach der Schulzeitverkürzung muss es in der Oberstufe darum gehen, jenes Maß an allgemeiner Bildung zu gewinnen, das es erlaubt, den schwer kalkulierbaren Anforderungen der Zukunft zu genügen. Mit dem Begriff der „Studierfähigkeit“ versuchen wir seit jeher jenes hohe Niveau an Fachwissen, Methoden- und Sozialkompetenz zu beschreiben, dem wir uns als gemeinsames Ziel verpflichtet fühlen.

Unsere Oberstufenjahrgänge sind in der Regel vierzügig. Das bedeutet, dass pro Jahrgang acht bis zehn Leistungskurse zustande kommen. Die tatsächliche Kurseinrichtung hängt dabei wesentlich vom Wahlverhalten der Schüler/innen ab: Über viele Jahre haben Leistungskurse in Deutsch, Englisch, Geschichte, Erziehungswissenschaften, Mathematik und Biologie eine ununterbrochene Tradition. Hinzu kommen am KGH häufig Französisch, Erdkunde und Chemie. Noch wichtiger aber ist, dass eine breite und differenzierte Palette von Grundkursen vorhanden ist. Diese Konzeption der Oberstufe wird von der Oberstufenkoordinatorin und den Beratungslehren organisatorisch und vor allem pädagogisch umgesetzt. Sie entspricht der von Universität und Wirtschaft gewünschten Betonung der Kernfächer und der Akzentsetzung auf allgemeiner Bildung. Methodentage und Facharbeit dienen der bewussten Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lerntechniken.

Mit den Methodentagen im ersten Halbjahr der Einführungsphase (EF) werden die Schülerinnen und Schüler auf die besonderen Arbeitsweisen und die Methoden der Oberstufe vorbereitet, vor allem im Hinblick auf das Anfertigen von Klausuren. Im Rahmen eines allgemeinen Methodentages geht es vor allem um den Umgang mit Texten, ein weiterer naturwissenschaftlicher Methodentag schult die Schülerinnen und Schüler in der Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden.

Um das Zusammenwachsen zu einer Stufe zu fördern, werden die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Sport in „Stammgruppen“ zusammengefasst, die im Kurssystem der gymnasialen Oberstufe einen gewissen Klassenverband weiterhin ermöglichen.

Zug um Zug bauen wir mit Unternehmen vor Ort und sachkundigen Eltern ein Konzept beruflicher Orientierung und Beratung auf, das Lebens- und Berufswirklichkeit als Ansporn und als Korrektiv in das Schulleben einbindet und das soziale Lernen fördert. Mit dem Job-Talk haben wir seit 1999 ein modernes Instrument erfolgreich erprobt und im Schulprogramm verankert. Mit dem „Siegel berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule“ haben diese Aktivitäten erneut hohe öffentliche Anerkennung gefunden. In Kooperation mit der Firma Storck wollen wir diesen Weg konsequent ausbauen.