Allgemeines zum Förderkonzept des KGH

Das Kreisgymnasium Halle fühlt sich in besonderer Weise dem Gedanken der Förderung aller Schüler/innen verpflichtet. Maßnahmen innerer Differenzierung im Unterricht und Maßnahmen äußerer Differenzierung durch Integration von vielfältigen Förderangeboten in die Schulorganisation des Kreisgymnasiums spielen eine zentrale Rolle im Schulalltag und sind mittlerweile in vielen Handlungsfeldern etablierte Praxis. Die individuelle Förderung aller Schüler/innen ist die zentrale Leitidee des Schulgesetzes und auch des Förderkonzepts am Kreisgymnasium.

Förderkonzepte

Am KGH existiert ein umfangreiches und differenziertes Förderkonzept, das verschiedene Bereiche individueller Förderung miteinander verzahnt. Das Förderkonzept liegt schriftlich ausgearbeitet vor und befindet sich in einem stetigen Prozess der Weiterentwicklung.

Rechtschreibförderung

Seit dem Jahr 2014 werden alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 mit der Hamburger Schreib-Probe (HSP 5+) hinsichtlich ihrer Rechtschreibkompetenz getestet. Die Durchführung erfolgt in der Regel nach den Herbstferien.

Die HSP 5+ wird von den Deutschfachkräften durchgeführt und ausgewertet. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten im Anschluss eine individuelle Rückmeldung über ihren Prozentrang, der ihre Rechtschreibkompetenz im Vergleich zu gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern derselben Jahrgangsstufe auf bundesweiter Ebene abbildet.

Auf Grundlage dieses Prozentrangs wird den betroffenen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an einem Rechtschreibförderkurs angeboten.

Lehrerfortbildungen zur individuellen Förderung

Die Lehrerfortbildungen stärken das Kollegium darin, die einzelnen Bausteine des Schulprogramms umzusetzen und in einen kollegialen Austausch über einzelne Bereiche dieses Schulprogramms miteinander einzutreten. Die vielfältigen Fortbildungsveranstaltungen, schulintern oder -extern, der letzten Jahre legen teilweise einen besonderen Schwerpunkt auf die Frage individueller Förderung und bieten auch den Fachgruppen die Möglichkeit, Erkenntnisse gemeinsam in die (Fach-)Unterrichtspraxis einzubeziehen.

Kollegiale Kooperation

Kollegiale Kooperation in Fragen der individuellen Förderung ist zentraler Bestandteil unseres Förderkonzepts. So ist schon allein die Kooperation zwischen Fachlehrer/in und Förderlehrer/in unverzichtbar für den Erfolg von Förderung. Regelmäßig wird z.B. in pädagogischen Konferenzen über den Förder- und Forderbedarf einzelner Schüler/innen kommuniziert und beraten.

Bestimmung von Lernbedarfen

Maßnahmen zur Bestimmung von Lernbedarf finden auf verschiedenen Ebenen des Schulalltags statt:

– durch Vergleichsarbeiten,

– die Bestimmung des Lernbedarfs durch die Selbsteinschätzung der Schüler/innen zu ihrem Lern- und Arbeitsverhalten z.B. auf Schülersprechtagen und

– bei schriftlichen Übungen in allen Fächern, die keine Kernfächer sind.

Selbststeuerung im Lernen und Lernorganisation

Selbstständiges Lernen ist integraler Bestandteil des Schulprogramms. Durch die Nutzung unseres Selbstlernzentrums Medio- und Bibliothek, durch den systematischen Einsatz von Internet- und Literatur-Recherche, durch einen konstruktiven Einsatz von Künstlicher Intelligenz und durch projektorientiertes Arbeiten in allen Jahrgangsstufen werden die Schüler/innen kontinuierlich zu selbstständigem Lernen angeregt. Die einzelnen Fachgruppen verstehen es als ihre Aufgabe, Lernmaterialien für unterschiedliche Lernschwierigkeiten und Verstehensprobleme zu entwickeln.

Bemerkungen zum Engagement von Schüler/innen auf dem Zeugnis

Gern würdigen wir besondere Leistungen sowie zusätzliches Engagement von Schüler/innen z.B. in der SV, in Arbeitsgemeinschaften oder für die Schulgemeinschaft durch ausformulierte Bemerkungen auf dem Zeugnis.

Mit Vielfalt umgehen

Förderung geschieht an unserer Schule sowohl durch innere Differenzierung im Unterricht als auch durch Formen äußerer Differenzierung, z.B. durch die Einrichtung spezieller Förder- und Fordergruppen, den WP-II-Bereich und spezielle Profile in den Jahrgangsstufen 7 bis 10. Auch das umfangreiche AG-Angebot dient der Förderung und Weiterentwicklung besonderer Interessen und Fähigkeiten. 

Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund sind mit einer komplexen Aufgabe betraut: sie lernen zu Hause oft gleichzeitig zwei Sprachen. Sprachförderung und die Erweiterung sprachlicher Kompetenzen sind daher die Hauptbestandteile des Förderkonzeptes am KGH. Wir haben eine IVO-Klasse (internationale Vorbereitungsklasse) eingerichtet, in welcher wir jeweils ca. 18 Schülerinnen und Schüler gezielt mit der Deutschen Sprache vertraut machen und auf den Wechsel in unser Regelschulsystem vorbereiten. 

Förderung von Methodenkompetenz: Das Methodencurriculum

Angesichts wachsender Wissensbestände erscheint die Frage: „Wie lerne ich?“ heute wichtiger denn je. Daher bedarf es der Vermittlung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken, mit deren Hilfe Schüler/innen sich eigenständig Inhalte erschließen und diese anschließend auch in einem komplexen Lernprozess anwenden können. Dieses Ziel verfolgt am KGH ein verbindliches Methodencurriculum, welches sich in vier Bereiche gliedert:

Grundlegende Arbeitstechniken

Textbearbeitung/Visualisierung

Von der Informationsbeschaffung zur Präsentation

Projekte und offene Arbeitsformen

Unsere Schule hat dieses Methodencurriculum über Jahre hinweg aufgebaut, und es wird ständig ergänzt, differenziert und angepasst. Grundgedanke ist die Integration zentraler methodischer Schulungsschritte in die Unterrichtsfächer; denn nur dann, wenn der Methodenerwerb an den Fachunterricht gebunden ist und der Fachunterricht vom Methodenlernen profitiert, kann ein Methodencurriculum verankert werden.

Das Cambridge-Certificate

Seit 2005/2006 nimmt das KGH regelmäßig an den so genannten Cambridge-ESOL-Prüfungen teil, die es Schüler/innen ermöglichen, ein englisches Sprachdiplom zu erwerben. Die Teilnehmer/innen erhielten das First Certificate of English (FCE) im Schwierigkeitsgrad B2. Die interessierten Schüler/innen werden in einem wöchentlich stattfindenden, 1 ½-stündigen Kurs vorbereitet. Für besonders begabte Schüler/innen besteht auch die Möglichkeit, an einem Vorbereitungskurs für das schwierigere Certificate of Advanced English (CAE) teilzunehmen. 

Förderung musisch-ästhetischer Bildung

Die Instrumentalklassen: Die Streicher- und Bläserklassen am KGH

Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde am KGH die erste Instrumentalklasse für die 5. und 6. Klassen eingerichtet: die Streicherklasse. Im Schuljahr 2007/2008 folgte dann die Bläserklasse. Mittlerweile werden Instrumentalklassen abwechselnd als Streicher- bzw. als Bläserklasse angeboten. Grundlegend für die Konzeption der Instrumentalklassen ist, dass das Klassenmusizieren nachgewiesenermaßen die Lernbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit der Kinder fördert und sich somit auch in anderen Fächern positiv auswirkt.

Musikalische Bildung in Chor und Orchester

Die Förderung musikalisch-ästhetischer Bildung geschieht seit Jahren durch die intensive Förderung des Kinder- und Jugendchors sowie des Vororchesters und des eigentlichen Orchesters. Die mehr als 100 Mitwirkenden des Kinderchors und des Vororchesters bereiten in jedem Schuljahr mit großer Begeisterung ein Kindermusical vor. Auch der Jugendchor und das Orchester führen alle zwei Jahre ein anspruchsvolles Musiktheater-Projekt durch. Außerdem werden von allen Musikgruppen Konzertprogramme vorbereitet. Zur Verbesserung der Qualität und auch zur Stärkung des Gemeinschaftserlebnisses dienen die jährlichen Chorwochenenden von Kinder- und Jugendchor in Nottuln. Jugendchor und Orchester führen zudem alle zwei Jahre eine Musiktheaterfahrt durch.

Interessen- und Begabungsförderung

Im Rahmen der Interessen- und Begabungsförderung können besonders begabte und interessierte Schüler/innen in ihren Fähigkeiten gefördert werden. Damit betraute Lehrkräfte unterstützen diese sowie ihre Eltern darin, über den Unterricht hinausreichende schulinterne oder -externe Angebote zu prüfen und wahrzunehmen. 

Frau Holz, Frau Brügge und Herr Kronsbein sind mit der Aufgabe betraut, das Angebot außerunterrichtlicher Forderung besonders begabter und interessierter Schülerinnen und Schüler und die Nachfrage nach dieser zusammenzuführen. Sie fungieren koordinierend als Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kolleginnen und Kollegen, um gezielte Angebote zu suchen und den Zugang zu diesen zu ermöglichen. Folgende Grafik gibt eine Übersicht über die Möglichkeiten der Förderung, die im individuellen Gespräch erörtert werden können.

Förderung sportlich-motorischer Kompetenzen

Hinsichtlich dieser Ziele des Sportunterrichts umfasst der Beitrag des Faches Sport an unserer Schule jahrgangsstufenübergreifend folgende Punkte:

►Umfangreiche Pausensportmöglichkeiten (Pausensportkiste), betreut durch Sportlehrer/innen und verantwortliche Schüler/innen

►Angebot zur Teilnahme an Sport-Arbeitsgemeinschaften

► Möglichkeit zum Erwerb von Abzeichen (Sport- oder Schwimmabzeichen)

► Teilnahme an verschiedenen außerschulischen Wettkämpfen. Daneben werden vom Fach Sport noch folgende Veranstaltungen und Projekte betreut:

►Schüler/innen der 5. Klassen nehmen an dem Projekt „Gesundheits- und Fitnesstage“ teil.

►In der Jahrgangsstufe 11 lernen die Schüler/innen durch Besuche des Saluto-Gesundheitszentrums die Möglichkeiten der Rehabilitation und Prävention durch Sport kennen.

►In regelmäßigen Abständen findet für Schüler/innen, Eltern, Geschwister und Freunde des KGH eine große Laufveranstaltung („Fun Run“) abwechselnd mit unserem Sportfest statt.

Zur Betreuung der sportlichen AGs am KGH werden unter Federführung des Landes NRW Schüler/innen als Sporthelfer/innen ausgebildet, die diese AGs dann fachgerecht und kompetent betreuen können. Die Motivation und Begeisterung für die Sporthelfer-Ausbildung ist sehr groß.

Der Schulsanitätsdienst

Der Schulsanitätsdienst (SSD) ist eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb des Schulbetriebs. Der SSD stellt sich selbst die Aufgabe, verletzte Schüler/innen schnellstmöglich durch gut ausgebildete Mitschüler/innen zu versorgen. Die Schüler/innen qualifizieren sich durch die Absolvierung eines Erste-Hilfe-Lehrgangs.

Schüler helfen Schülern und das Konzept Lernpaten

Seit Jahren ist das Konzept „Schüler helfen Schülern“ an unserer Schule fest etabliert; ein individuelles Konzept zur Organisation von Nachhilfeunterricht durch Schüler/innen selbst. 

Das Selbstlernzentrum: Die Medio- und Bibliothek

Mit der Medio- und Bibliothek verfügt das KGH seit einigen Jahren über einen multimedialen Lernort. Im Mittelpunkt des pädagogischen Konzepts stehen die Erziehung zu eigenständigem und nachhaltigem Lernen und ein mediengestützter Unterricht in offenen und differenzierten Lernformen. Hier besteht die Möglichkeit, im Klassenunterricht herkömmliche Recherchetechniken noch besser mit der Internetrecherche zu verzahnen, neue digitale Präsentationsformen bis hin zur Erstellung von Webseiten zu erproben und Mitschüler/innen zugänglich zu machen. Die Nutzung als Ausleihbibliothek (umfangreiches Angebot an Kinder-, Jugend-, Sach- und Fachbüchern, fremdsprachlichen Lektüren, Zeitschriften und CD-Roms) wird von ehrenamtlich tätigen Eltern und von drei Bibliothekskräften betreut. Zur Förderung der Mediothek und ihrer Ausstattung besteht seit 2001 der Medio- und Bibliotheksverein.

Umgang mit Medien

Alle Unterrichtsräume am KGH sind mit Beamern und Apple-TV ausgestattet, alle Schülerinnen und Schüler haben vom Schulträger kostenlos ein Tablet zur Verfügung gestellt bekommen, ebenso das Kollegium. Im gesamten KGH gibt es WLAN-Zugang. 

Zusätzlich zu den 10 PC-Arbeitsplätzen in der Mediothek verfügt das KGH über zwei modern ausgestattete Computerräume mit Schüler-PCs in Klassenstärke. Davon profitiert vor allem der Informatikunterricht im Differenzierungsbereich WP2 und in der Oberstufe. Das Angebot wird aber auch im Fachunterricht aller Aufgabenfelder intensiv genutzt. 

Der Auszeichnungstag

Seit dem Schuljahr 2007/2008 führt unsere Schule einen Auszeichnungstag am letzten Schultag vor der Zeugnisvergabe durch. Dabei werden Schüler/innen ausgezeichnet, die besondere Leistungen erbracht oder sich in hervorragender Weise für die Schule und/oder für Mitschüler/innen engagiert haben. Dies erfolgt öffentlich sichtbar durch eine Großveranstaltung in der Aula, und die Schüler/innen sollen Preise für ihren Einsatz und ihr Engagement erhalten. Der Auszeichnungstag soll einen Beitrag zur Verbesserung des Lernklimas leisten und die Leistungen der Schüler/innen im Sinne einer Anerkennungskultur gezielt würdigen. Die Preisträger werden in Kooperation mit und unter Federführung der SV ausgewählt, wobei Lehrer/innen und Schüler/innen Vorschläge machen können.

Begleitung der Übergänge bei Schulwechsel bzw. Studium und Berufswahl

Berufliche Orientierung in der Oberstufe am KGH

Die gymnasiale Oberstufe ist eine entscheidende Phase für die Zukunftsplanung unserer Schülerinnen und Schüler. Wir unterstützen sie dabei, ihre Interessen, Stärken und Ziele zu erkennen und passende Wege in Studium oder Ausbildung zu finden.

Unsere Schwerpunkte:

  • Individuelle Orientierung: Hilfe bei der Klärung eigener Interessen, Fähigkeiten und Werte
  • Information & Transparenz: Wissensvermittlung zu Studiengängen, Ausbildungsberufen und Bewerbungsverfahren
  • Praxisnahe Erfahrungen: Einblicke in die Arbeitswelt durch Praktika, Hochschulbesuche
  • Übergänge erleichtern: Beratung, Workshops und Kooperationen mit externen Partnern

Bausteine der beruflichen Orientierung:

  • Praktikum in der EF: Zweiwöchiges Betriebspraktikum oder „Duales Orientierungspraktikum“ mit Uni-Besuch und Betriebspraktikum
  • Workshops in EF, Q1 und Q2: Reflexion eigener Interessen, Recherche zu Studien- und Berufsmöglichkeiten, Stärkung der Entscheidungskompetenz
  • Universität & Messen: Besuch der Universität Bielefeld (inkl. Facharbeitsrecherche und Studieninfo) sowie der Berufsmesse wie „Vocatium“
  • Berufsberatung: Informationsveranstaltungen und individuelle Beratung durch die Agentur für Arbeit

Uns ist es wichtig, die verschiedenen individuellen Perspektiven und Zugänge zu der Frage „Was mache ich nach der Schule?“ aufzugreifen und die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entscheidungskompetenz bezüglich der beruflichen Orientierung zu bestärken.

Nähere Informationen zu den einzelnen Bausteinen etc. finden Sie auf der Homepage unter dem Punkt „Berufsorientierung“.