Berufsorientierung in der Oberstufe

Die gymnasiale Oberstufe ist eine entscheidende Phase auf dem Weg in die berufliche Zukunft. Für die Schülerinnen und Schüler steht mehr und mehr die Frage „Was mache ich nach der Schule?“ im Vordergrund. Diese Frage geht einher mit großen Chancen und Möglichkeiten sowie einer Vorfreude auf das, was nach der Schule kommt (z. B. Work-and-Travel, ein freiwilliges soziales Jahr, eine Ausbildung, ein Studium). Gleichzeitig aber ist diese Frage aufgrund der unglaublich vielfältigen Möglichkeiten und der großen Bedeutung dieser Frage für das weitere Leben auch mit einer gewissen Unsicherheit, manchmal sogar mit Sorgen verbunden. So fällt manchen Schülerinnen und Schülern die Antwort auf die Frage „Was mache ich nach der Schule?“ sehr leicht, anderen sehr schwer.

Uns ist es wichtig, diese verschiedenen individuellen Perspektiven und Zugänge zu diesem Thema aufzugreifen und die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entscheidungskompetenz bezüglich der beruflichen Orientierung zu bestärken. 

Am KGH erhalten Schülerinnen und Schüler gezielte Unterstützung, um ihre Interessen, Stärken und Ziele zu erkennen und passende Wege in Studium oder Ausbildung zu finden. 

Zusammenfassend stehen folgende Punkte im Vordergrund:

  • Individuelle Orientierung ermöglichen

Unterstützung bei der Klärung eigener Interessen, Fähigkeiten und Werte, um passende berufliche und akademische Wege zu finden.

  • Information und Transparenz schaffen

Vermittlung von Wissen über Studiengänge, Ausbildungsberufe, Bewerbungsverfahren und Arbeitsmarktanforderungen.

  • Praxisnahe Erfahrungen bieten

Durch das Praktikum in der EF sowie Besuche von Hochschulen und Betrieben erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die reale Arbeitswelt.

  • Entscheidungskompetenz fördern

Die Jugendlichen lernen, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten.

  • Übergänge erleichtern

Vorbereitung auf den Übergang von der Schule in Studium oder Beruf durch Beratung, Workshops und Kooperationen mit externen Partnern.

 

Durch vielfältige Bausteine werden die Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre Zukunft aktiv zu gestalten und selbstbewusst Entscheidungen zu treffen.

Bausteine der beruflichen Orientierung in der Oberstufe

  1. das zweiwöchige Praktikum in der Einführungsphase (EF)

In der Einführungsphase (EF) absolvieren alle Schülerinnen und Schüler ein zweiwöchiges Betriebspraktikum. Ziel ist es, die bisher gewonnenen Einblicke in die Arbeitswelt zu vertiefen, berufliche Interessen zu erkunden und praktische Erfahrungen zu sammeln.

Das Praktikum findet in der Regel im zweiten Halbjahr der EF statt und wird von der Schule organisatorisch begleitet. Die Schülerinnen und Schüler wählen ihren Praktikumsplatz selbstständig, erhalten aber Unterstützung bei der Suche und Vorbereitung.

Wir bieten den Schülerinnen und Schülern für das Praktikum zudem zwei Möglichkeit an: Zum einen kann das Praktikum als zweiwöchiges Praktikum in einem Betrieb absolviert werden. Als Alternative können sich die Schülerinnen und Schüler auch für das „duale Orientierungspraktikum“ (DOP) entscheiden. In diesem Fall besuchen die sie in der ersten Woche dafür freigegebene Vorlesungen an einer Universität (z. B. in Bielefeld oder Osnabrück), in der zweiten Woche erfolgt dann ein einwöchiges Praktikum in einem Betrieb, der möglichst zu einem ausgewählten Studiengang passt. Gerade für Schülerinnen und Schüler, die sich für ein Studium interessieren, ist dies eine sehr interessante Möglichkeit.  

  1. Workshops in der EF, Q1 und Q2 sowie individuelle Gesprächskontakte

In der Oberstufe erfolgen drei Workshops, die aufeinander aufbauen und der beruflichen Orientierung dienen. Beginnend mit dem Workshop „Standortbestimmung: Wo stehe ich gerade?“ in der EF erfolgt eine Reflexion der eigenen Interessen und Fähigkeiten sowie bisherigen beruflichen Orientierung in Verbindung mit einer Orientierung bezüglich der Studien- und Berufsmöglichkeiten.

Bei den Workshops in der Q1 und Q2 geht es vor allem darum, die „Entscheidungskompetenz zu stärken“. Neben der Reflexion der eigenen Werte, die für die berufliche Orientierung eine Rolle spielen, geht es um die tiefergehende Information zu Studiengängen und Ausbildungswegen. Dabei steht die individuelle Recherche im Vordergrund: Von der allgemeinen Frage „Welche drei Studien- oder Berufsfelder interessieren mich?“ hin zu konkreten Fragestellungen wie „Wann muss ich mich bei der Universität Bielefeld bewerben, wenn ich im Wintersemester Jura studieren will?“ haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu recherchieren. 

Neben den Workshops erfolgen auch individuelle Gesprächskontakte. In diesen Einzelgesprächen werden die in den Workshops aufgeworfenen Fragen weiter vertieft (weitere Informationen finden Sie im 5. Abschnitt). 

  1. Besuch der Universität Bielefeld sowie einer Berufsmesse

Im Zuge des Anfertigens der Facharbeit erfolgt ein Besuch der Universität Bielefeld. Neben dem für die Facharbeit bedeutenden Vortrag „Einführung in die Bibliotheksrecherche“ erfolgt seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität ebenfalls der Vortrag „Auf dem Weg ins Studium“. Dabei geht es zum Beispiel um die Unterschiede zwischen Schule und Universität/Hochschule sowie um grundlegende Bewerbungsmodalitäten. Ebenfalls wird das Fächerspektrum der Universität Bielefeld vorgestellt.

Des Weiteren besuchen alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe ein Mal eine Berufsmesse, z. B. die Vocatium in Bielefeld oder Gütersloh.

An den zahlreichen Ständen können die Schülerinnen und Schüler direkt mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen, Hochschulen und Institutionen ins Gespräch kommen, Fragen stellen und sich über Praktika, Ausbildungswege und Studiengänge informieren. 

  1. professionelle Berufsberatung durch die Agentur für Arbeit

Zu Beginn der EF erfolgt eine Informationsveranstaltung der Agentur für Arbeit. Dafür kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur in die Schule und stellen in kleinen Gruppen die vielfältigen Möglichkeiten der Beratung seitens der Agentur für Arbeit vor.

Zudem steht allen Schülerinnen und Schülern in der Oberstufe zu vorher vereinbarten Terminen die Möglichkeit offen, ein persönliches Beratungsgespräch durch professionelle Berufsberater von der Agentur für Arbeit zu nutzen (weitere Informationen dazu finden Sie im folgenden Punkt).